Preiswerte Zoomobjektive für das Pentax-Bajonett:
Pentax smc DA 50-200 & 55-300 im Vergleichs-Test
(Fotos: nurido.at)
In unserem Objektiv Vergleichs-Test treten zwei Brüder an, nämlich das Pentax smc DA 55-300 mm 4.0-5.8 ED und das smc DA 50-200 mm 4.0-5.6 ED. Bei ersterem handelt es sich um das neuere Superzoom-Modell mit einer Brennweite von (umgerechnet auf das Kleinbild-Format) 84,5 - 460 mm und einem Preis von knapp 300 Euro. Die zweite Linse ist das oft günstig im Doppelzoom-Kit angebotene und ansonsten um etwa 150 Euro verkaufte Einsteiger-Objektiv mit einem Äquvivalent von 76,5 - 306 mm. Der Vergleich der beiden Pentax DA-Modelle ist deshalb angebracht, weil sie eine vergleichsweise preiswerte Möglichkeit darstellen, einen großen Zoombereich abzudecken. Besonders interessant erscheint uns hier neben dem Vergleich der Bildqualität auch der Abfall der Lichtstärke der beiden Objektive. Geliefert werden die zwei Pentax-Linsen übrigens mit Sonnenblende, das 55-300 kommt darüber hinaus mit einer sehr robusten Tasche.
Bereits beim Erstkontakt mit den Objektiven wird eines klar: Die beiden Brüder könnten zumindest zwei-eiige Zwillinge sein, denn sie haben in der Praxis mehr gemeinsam, als man nach dem Studium der Spezifikationen denken würde. Während das kompaktere 50-200 255 Gramm auf die Waage bringt, gibt Pentax das Gewicht des 55-300 mit 440 Gramm an - ein Unterschied, der in der Hand nur minimal auffällt. Natürlich ist das Objektiv mit der längeren Brennweite auch bauartbedingt größer, wobei auch eine andere Filtergröße (58 statt 52 mm) zum Einsatz kommt.
Wie auf unserem Foto links deutlich ersichtlich ist, verlängert sich das 55-300er beim Zoomen deutlich mehr und erreicht etwa die Größe von Objektiven der 70-300 Brennweite, die ja in erster Linie von Drittanbietern wie Sigma und Tamron zu sehr attraktiven Preisen verkauft werden. Der Vorteil der Pentax-Modelle gegenüber der Konkurrenz anderer Marken ist die geringere Anfangsbrennbreite, die in der Praxis enorm spürbar ist. Wer beispielsweise auf Reisen ist, kann in vielen Situationen auf ein Weitwinkelobjektiv verzichten, denn gerade beim Spazierengehen bekommt man mit 50 bzw. 55 mm praktisch alle Sehenswürdigkeiten gut aufs Bild und kann durch den Zoom auch sehr schön Details einfangen. Wer etwa in Venedig unterwegs ist, wird mit den beiden Objektiven viel Freude haben, denn hier sind gerade die unzähligen Details bessere und häufiger vorkommende Motive als die reinen Weitwinkelfotos. Hier kommt es aber natürlich auf die persönlichen Vorlieben an. Höchstens im Fall des Stephansdoms in Wien wird man mit den Zoom-Linsen nicht ganz glücklich werden, da hier einfach eine kürzere Brennweite nötig ist.
Technisch gesehen handelt es sich bei den beiden DA-Objektiven um Digital-only-Modelle, wobei das 50-200 11 Elemente in 10 Gruppen besitzt und das 55-300 12 Elemente in 8 Gruppen. Die Naheinstellgrenze beträgt 1,1 contra 1,4 m.
Bereits bei den ersten Testfotos wird klar, dass beide Objektive zwar bei guten Lichtverhältnissen und etwas abgeblendet recht gute Ergebnisse liefern. Sobald aber Schatten oder Bewölkung ins Spiel kommen, wird alles jenseits von Blende 4,5 trotz des bei Pentax praktisch in allen Kameras vorhandenen Bildstabilisators schnell verwackelt. Dies wird gerade beim 55-300er deutlich, denn damit lassen sich ja theoretisch Details noch größer abbilden - man sieht Unschärfen also besser. Beide Modelle starten bei Lichtstärke 4.0. Das günstigere Objektiv springt bei gut 60 mm auf Blende 4.5 und bei 150 mm auf Blende 5.6, das teurere wechselt erst bei 120 mm auf 4.5, bei 200 mm auf 5.6 und bei 260 mm auf 5.8. Hier zeigt sich also ein deutlicher Vorteil für das "längere" Objektiv. Die Bildqualität betreffend, bannt das 55-300 gerade in Kombination mit der 14,6 Megapixel Pentax K20D mehr Details auf den Chip. Was sofort auffällt, ist der Unterschied beim Thema Purple Fringe, hier hat das 50-200 im direkten Vergleich eindeutig die schlechteren Karten. Wenn man allerdings die preisliche Komponente in Betracht zieht, zeigt sich, welch gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beim kleinen Pentax-Objektiv geboten wird, denn es schlägt die Billig-Konkurrenz von Sigma oder Tamron deutlich. Das 55-300 spielt hier jedoch in einer anderen Liga: Auch hier sind die Qualitätsunterschiede zu den 70-300er-Modellen der Mitbewerber durchaus sichtbar, allerdings legt man bei Pentax auch deutlich mehr Geld auf den Tisch. Was die Fokusgeschwindigkeit angeht, sind die günstigen Objektive mit einer Brennweite von bis zu 300 mm leider insgesamt relativ langsam. Es wird schon zu einem Glücksspiel, ob man einen Vogel tatsächlich im Flug erwischt und gleichzeitig noch ein verwacklungsfreies Bild bekommt. Wer jedoch Landschaftsaufnahmen bzw. unbewegte Motive aufnehmen will und bei gutem Wetter fotografiert, kann sehr gute Bilder schießen.
Unser Fazit: Während zumindest auf dem Papier der Unterschied beim Zoombereich der beiden getesteten Objektive groß erscheint, fällt dieser in der Praxis nur wenig auf. Aus diesem Grund lohnt es sich nicht mehr Geld auszugeben, augenscheinlich sind dagegen der bessere Kontrast, die höhere Auflösung und die geringeren Farbränder beim 55-300 4-5.8. Gerade auch aufgrund der - im direkten Vergleich zum 50-200 im selben Zoombereich - besseren Lichtstärke gewinnt das "längere" Objektiv in jeder Hinsicht. Das ist zwar grundsätzlich aufgrund des höheren Preises zu erwarten, in Anbetracht der größeren Brennweite jedoch nicht selbstverständlich. Tipp: Wenn Sie einen starken Zoombereich benötigen, kaufen Sie das 55-300 oder wenigstens das 50-200. Sie werden damit in jedem Fall bessere Ergebnisse erzielen als mit den Superzooms à la 18-200 oder 18-250 mm, die einfach in jeder Hinsicht einen Kompromiss darstellen. (Test: nurido.at-Redaktion, März 2009)
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