Mobiles Büro als Handy getarnt
Nokia hat bereits vor einiger Zeit den Trend zum mobilen Büro erkannt und dafür mit dem BlackBerry-Klon E61 ein entsprechendes Gerät auf den Markt gebracht. Und durch den Erfolg dieses Modells angetrieben, präsentierten die Finnen etliche Nachfolger und mit dem E51 ein Handy, das nicht nur besonders kompakt, sondern im Vergleich zum E51 auch technisch ausgefuchst ist. Hier unser Praxistest:
Die ersten Schritte mit dem Nokia E51:
Im Test: Das Nokia E51 Smartphone
(Foto: nurido.at)
Das Nokia E51 ist grundsätzlich in drei Farbvarianten erhältlich: In der komplett schwarzen Ausführung, in schwarz mit glänzendem Alu-Rahmen (siehe unser Foto) und in schwarz-kupfer. Bereits bei der ersten Berührung fällt das Gewicht des vergleichsweise langen Handys auf und die hochwertige Verarbeitung. Allerdings wird schnell klar, dass der Rückendeckel des E51 nicht korrekt passt und deshalb etwas klapprig festsitzt. Mehr Freude bereitet die Tastatur, die über einen ausgezeichneten Druckpunkt verfügt und die Eingaben mit einem guten Feedback bestätigt. Die technische Ausstattung des als freies Handy um etwas mehr als 200 Euro angebotenen Mobiltelefons kann sich sehen lassen. Es ist praktisch alles vorhanden, was man sich heute wünscht.
Die Hauptmerkmale des Nokia E51:
- HSDPA/UMTS/EDGE/GPRS/GSM-Vierband-Betrieb
- WLAN (drahtloses Netzwerk)
- BlackBerry-Funktionalität
- S60 (3rd Edition) Betriebssystem
- Umfangreiche Bürosoftware installiert
- 2 Megapixel-Kamera mit 4fach Digitalzoom
- UKW-Radio (Headset als Antenne)
- Standard 2,5mm Kopfhörer-Buchse
- insgesamt 130 MB interner Speicher
- aufrüstbar bis 4 GB per microSD-Karte
- Bluetooth, Infrarot und Mini-USB Anschluss
Erstinstallation und Allgemeines zum E51:
Viele Benutzer werden das E51 nicht nur wegen seinem besonders edlen Design, sondern vor allem wegen der Business-Funktionen verwenden. Weshalb in der Regel die Installation bzw. Konfiguration des BlackBerry-Dienstes von Nöten ist. Und genau hier hatten wir in unserem Test ein massives Problem: Was tun, wenn man bereits auf einem anderen Smartphone die Funktion aktiviert hatte und sich aber nicht mehr an die Zugangsdaten für den Service erinnert? Eigentlich sollte man die Einstellungen ja einfach übernehmen können, das funktionierte in der Praxis jedoch nicht, der Setup-Wizard half nicht und wir mussten uns mühsam durch die verschiedenen Menüpunkte kämpfen und erst das klassische "Wenn das Nokia nicht funktioniert, einfach mal den Akku rausnehmen" brachte neue Erkenntnisse und Google schließlich die Lösung über einen Tipp im BlackBerry-Forum. Dann war nur noch eine Neuregistrierung über die Betreibersite (in unserem Fall www.mobileemail.vodafone.at für A1 in Österreich) nötig und endlich konnte die bestehende E-Mail-Adresse auf den Blackberry-Dienst umgeleitet werden. Auch Daten aus Outlook lassen sich übrigens praktischer Weise übernehmen! Hinweis: Im Untermenü "E-Mail/Blackberry/Geräteinfo" finden Sie die PIN & IMEI für die Online-Registrierung zu BlackBerry. Etwas schneller geht der Handy-Wechsel, wenn Sie Ihre bisherigen Zugangsdaten kennen, dann können Sie einfach IMEI- und PIN-Nummer des neuen Handys online eingeben und somit die komplizierte Konfiguration umgehen. Wenige Minuten nach der letzten Bestätigungsnachricht kam dann tatsächlich Leben ins Gerät und die E-Mails landeten zuverlässig auf dem Handset.
Wichtige Funktionen im Praxiseinsatz:
Positiv fällt beim E51 einerseits die gute Sende- und Empfangsleistung auf, allerdings sollte man bei einem Business-Gerät von Nokia auch nichts anderes erwarten. Die Gesprächsqualität ist gut und auch die Freisprecheinrichtung über den eingebauten Lautsprecher kann als brauchbar bezeichnet werden.
Aufgrund der UMTS-Funktionalität kann man mit dem Nokia-Handy zwar grundsätzlich auch Videogespräche führen, allerdings zeigt die Kamera auf der Rückseite ja nicht zum Gesicht des Sprechenden. Deshalb macht dieses Feature eigentlich nur Sinn, wenn man seine Umgebung zeigen möchte. Die eingebaute Digicam mit zwei Megapixel ist übrigens von durchschnittlicher Qualität und taugt gerade aufgrund der langen Auslöseverzögerung nicht wirklich für Snapshots.
Das E51 als HSDPA-Webterminal:
Internet-Surfen mit dem guten, hellen 2"-Display
Natürlich darf man sich bei einer Bildschirmgröße von 2 Zoll (aber immerhin eine Auflösung von 240x320 Pixel und 16,7 Mio. Farben) keine atemberaubenden Ansichten erwarten, der integrierte Internetbrowser funktioniert jedoch auch im Querformat. Diese Tatsache in Verbindung mit der erprobten Onboard-Software ermöglicht das durchaus komfortable Surfen im WWW, wenngleich das Lesen von Texten natürlich relativ anstrengend ist.
Beim Tippen von Mails oder Kurzmitteilungen merkt sich das Gerät zuvor verwendete Sonderzeichen und unter "Weitere Symbole" hat man die zuletzt ausgewählten für einen schnellen Zugriff jederzeit parat.
Die Speicherkarte ist zwar zwar hot-swappable, dafür muss jedoch der Rückdeckel abgenommen werden und die Karte mit (möglichst kleinen Fingern) in den Steckplatz geschoben werden, bis sie einrastet. Empfehlenswert ist übrigens vom Preis-Leistungs-Verhältnis eine 2 GB-Karte, die Anfang 2008 rund 12 Euro kostet und beispielsweise für rund 600 MP3-Songs Platz bietet.
Im Gegensatz zu anderen Business-Modelle von Nokia hat das E51 ein FM-Radio eingebaut, das mit den mitgelieferten Ohrhörern zwar einen guten Klang liefert, der Empfang könnte jedoch besser sein. Lobenswert ist, dass durch den Standard 2,5mm-Anschluss jeder handelsübliche Headset angesteckt werden kann.
Das Nokia E51 besitzt eine automatische Tastensperre, die individuell konfiguriert werden kann, wodurch ein versehentliches Wegtelefonieren in der Hosen- oder Brusttasche verhindert wird.
Mehrere einstellbare Schnellzugriffstasten erleichtern die Navigation durch das System des Smartphones und beispielsweise über das Gedrückthalten der *-Taste ist Bluetooth aktivierbar.
Im Display kann man sich während des Standby-Betriebs verschiedene Programme oder Menüpunkte anzeigen lassen. Etwa die eingehenden BlackBerry-Mails, SMS oder natürlich Termine aus dem Kalender.
Fazit: Das Nokia E51 ist ein ausgezeichnetes Handy, das praktisch keine Wünsche offen lässt. Nur die integrierte Digicam ist mit 2 Megapixel etwas "schwach auf der Brust". Ansonsten gibt es im Frühjahr 2008 wohl kein anderes Gerät, das so kompakt und gleichzeitig funktionell ist. (Test: Markus Waibel/2008)
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