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An dieser Stelle vergleichen wir das neue BenQ-Siemens S88 ganz ungeniert mit zwei namhaften Mitbewerbern in der selben Preisklasse: Das erfolgreiche K750i von Sony-Ericsson und das Nokia 3250 verfügen über praktisch identische Merkmale und wir wollen herausfinden, wer im Praxistest siegt.

Die wichtigsten Punkte im kurzen Überblick:

Digitalkamera: Hier überzeugt Sony Ericsson! Einerseits mit der guten Bildqualität, andererseits mit dem funktionellen und optisch ansprechenden Schutzmechanismus für die Fotolinse.

Software: Nokia bietet mit der Series 60 Oberfläche die beste Software. Das K750i liegt in der Mitte, BenQ-Siemens hat Nachholbedarf. Das S88 besitzt übrigens keine eigene "c" (also Lösch-) Taste, weshalb man z. B. Fotos immer über das Menü entfernen muss. Das Umschalten zwischen den Bildschirm-Themen dauert dafür überraschenderweise nur einen Augenblick, was bei den Mitbewerbern länger dauert.

Lautsprecher: Diese Punkt geht an Nokia, denn der Sound ist vergleichsweise gut. Der K750i MegaBass bringt nur, dass das Handy schebbert. Beim BenQ ist der Lautsprecher zu leise und die Musikwiedergabe ist nicht berauschend! Auch die mitgelieferten Klingeltöne sind übrigens wenig überzeugend.


Das BenQ S88 im Detail:
Im Gegensatz zu den direkten Mitbewerbern (Nokia 3250, Sony Ericsson K750i) hat das S88 kein Radio! Auch eine Speicherkarte (Micro-SD) sucht man vergebens, der 16 MB interne Speicher ist auch indiskutabel.
Das fällt auf: Das BenQ-Siemens S88 braucht - besonders bei großen Fotos - einen Augenblick bis die Bilder angezeigt werden. Darüber hinaus knarzt die Tastatur, die auch etwas ungleichmäßig beleuchtet ist. Auf den ersten Blick macht das Handy einen guten Eindruck, der zur Preisklasse passt. Wie auch beim EF81 (wo das Motorola V3 als Vorbild diente) man den Eindruck, dass ein anderes Erfolgsmodell Pate stand, denn vieles ist sehr ähnlich wie beim Sony Ericsson K750i.
Es gibt eine automatische Tastensperre (entsperren mit rechter Menütaste und #).
Beim Wählen werden die Zahlen mehrzeilig ins Display geschrieben, was zwar für schlecht sehende angenehm sein wird, es ist aber unübersichtlich.
Beim Wegtelefonieren läuft ein Pfeil über das Display, wie BenQ-Siemens überhaupt Wert auf Animationen legt. Diese sind modern und nett anzusehen, dagegen wirkt aber das Hauptmenü wie aus dem Märchenbuch und die Icons sind sehr grob gezeichnet.
Aktiviert wird das Hauptmenü - wie bei den meisten Herstellern - über Druck auf den Joystick, der nach oben hin gewölbt ist und sich für den Finger nicht sonderlich angenehm anfühlt. Das Gewicht liegt auf dem selben Niveau wie das Sony Ericsson K750i und auch die Kamera technisch identisch (F 1:2.8 und 4.8 mm Brennweite) ist ähnlich lichtstark. Der 16fach Digitalzoom macht in der Praxis wenig Sinn, denn das Bild wird dann sehr pixelig und taugt nichts mehr. Leider hat das S88 keine so hübsche und obendrein praktische (Linsenschutz, automatische Aktivierung der Kamera) Abdeckung wie der Mitbewerber, der damit auch den Look einer "echten" Digicam mitbringt.
Das von uns getestete S88 spielte übrigens keine aac-Files!

Echtes "Highlight": Das Active Matrix OLED Display

Top: Das S88 OLED Display (Mitte) im Vergleich.

(Foto: Markus Waibel)

Display: Die Anzeige des 3250 ist am größten, gleichzeitig aber auch am gröbsten. Eine wahre Augenweide ist das Active Matrix OLED Display mit einem Betrachtungswinkel von 170 Grad beim S88. Wo die anderen Handys schon lange nichts mehr zeigen, ist das Bild auf dem BenQ-Siemens weiterhin in bester Qualität zu sehen.

Fazit: Rein subjektiv siegt das Sony Ericsson K750i haarscharf vor dem Nokia 3250. Das liegt daran, dass die Finnen ein gewöhnungsbedürftiges Design verwenden und das Gehäuse einfach nicht so hochwertig bzw. schlank wirkt wie beim Sieger. Dafür ist aber eine bessere Software an Bord. Im Vergleich dazu macht das S88 von BenQ-Siemens immer noch eine gute Figur, allerdings gibt es schon deutliche Schwächen. Besonders der relativ hohe Preis (ohne Radio und Speicherkarte) trübt den Eindruck (Test: Markus Waibel, 2006)



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